Valvetronic


Der Begriff Valvetronic bezeichnet eine im Jahre 2001 erstmals von der Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft (BMW AG) vorgestellte Motorentechnologie. Valvetronic setzt sich aus den beiden englischen Begriffen „Valve“ für Ventil und „Tronic“, der Kurzform von Elektronik, zusammen.

Der BMW Valvetronic – Motor war der weltweit erste serienmäßige Ottomotor, der gänzlich ohne Drosselklappe auskam. Dennoch ist dieses Bauteil in jedem Valvetronic – Motor zusätzlich vorhanden und kann jederzeit als Notlaufsystem zum Einsatz kommen. Die Drosselklappe dient bei konventionellen Motoren der Regulierung des Luftstroms im Ansaugtrakt. Die Nachteile der, seit Anbeginn in jedem Ottomotor verbauten, Drosselklappe sind hohe Verluste und unerwünschte Verwirbelungen. Die Valvetronic regelt die Motorleistung durch stufenloses Variieren des Einlassventilhubs, die Einlassventile übernehmen somit die Funktion der Drosselklappe. Dies geschieht in Abhängigkeit zur Stellung des Gaspedals über einen elektrischen Stellmotor, eine Exzenterwelle und Zwischenhebel. BMW erklärte das Prinzip seinerzeit mit einem Vergleich zum Menschen, der bei körperlicher Belastung tiefer einatmet, sich aber, wenn er wieder weniger Luft benötigt, keinesfalls den Mund oder die Nase zuhält, sondern flacher atmet. Nachdem sich Präsentation und Einsatz dieser neuen Technologie anfangs noch auf die Vierzylindermotoren beschränkte, wurde sie kurze Zeit später auch auf die Acht- und Zwölfzylindermotoren ausgedehnt, zuletzt erfolgte die Implementierung der Valvetronic im Reihensechszylinder.

Der Einsatz der Valvetronic führt zu mehr Leistung, bei geringerem Verbrauch. Je nach Motorvariante liegt die Kraftstoffeinsparung zwischen acht und zehn Prozent, einhergehend damit ergibt sich ein verringerter Schadstoffausstoß. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass der Motor spontaner anspricht, da die Umsetzung des Gaspedalbefehls unmittelbar am Brennraum erfolgt.